Vergleichstest auf den 10. Wolfegger Forsttagen
Am 22. und 23. September fand in Wolfegg zum zehnten Mal die Hausausstellung der Firma Waldburg Forstmaschinen Wolfegg (WFW) statt. Über 900 Besucher nahmen die Möglichkeit wahr, die 13 gezeigten Maschinen anzuschauen und auszuprobieren. Erstmalig wurde bei einer solchen Veranstaltung auch die Möglichkeit geboten den Eco Log-Harvester 590C mit dem John Deere 1470D zu vergleichen.

Die verschiedenen Maschinen wurden an vier Stationen entlang eines Rundkurses in unmittelbarer Nähe der Firma in den Wäldern des Fürstenhauses Waldburg-Wolfegg und Waldsee vorgeführt.
An Station 1 wurde der neue Bruks 805CT mit 21 m3 Container gezeigt. Ausgestattet mit der neuartigen 1-Messer-Trommel eignet sich der Hacker nicht nur für Schlagabraum und Reisig, sondern auch für Rundholz bis 60 cm Durchmesser. Im Zuge der steigenden Energiekosten stoßen Hacker zunehmend auf Interesse bei den Unternehmern.
An Station 2 konnte man im Kahlhieb zwei Radharvester Eco Log 580B, einmal mit Log Max 6000 und einmal mit Waratah H480 vergleichen. Beide Aggregate bewegen sich im 70 cm Aufarbeitungsbereich. Beim Waratah H480 handelt es sich um ein weiterentwickeltes 4-Walzenaggregat, beim Log Max 6000 um ein klassisches 2-Walzenaggregat.
Ebenfalls an Station 2 arbeitete der Raupenharvester MHT 242 mit neuem 14 m Langkran. Der neue Parallelkran von Penz soll bei voller Reichweite noch eine Hubkraft von 1,5 t haben. Gerückt wurde das aufgearbeitete Holz von dem Rückezug Eco Log 564B mit 12 t Nutzlast.
Deutschlandpremiere hatte der neue Raupenharvester MHT 132, Nachfolger des 11002HVTplus. Der Harvester ist nur 2,55 m breit und wiegt 14 t. Der Oberwagen lässt sich endlos drehen und 25° nach vorne sowie +/- 15° seitlich neigen. Als Aggregate sind das Waratah HTH450, HTH460 bzw. HTH250HD vorgesehen. Aber auch die Log Max Aggregate 4000 und 5000 sind einsetzbar. Möglich ist bei diesem Harvester auch ein Kran mit Doppelteleskop und einer Reichweite von 12 m. Als Bordcomputer kommt hier erstmals ein Österreichisches Produkt zum Einsatz, das einen sehr bedienerfreundlichen Eindruck machte und über weitgehend selbsterklärende Symbole gesteuert wird.
An Station 3 arbeiteten zwei mittelstarke Harvester in der Durchforstung: ein Eco Log 550B mit dem Log Max 5000 und ein Eco Log 560B mit einem Waratah HTH250. Letzterer verfügt über eine Reichweite von 11,3 m.
Die Rückung übernahm hier ein Eco Log 554B mit 10 t Nutzlast und mit einer neuen Rahmenbremse. Die mittels zwei Hydraulikzylindern wirkende Verwindungssperre verspricht mehr Stabilität, insbesondere bei der Langholzrückung mit Klemmbank oder Drehrunge.
An der vierten Station kam es zu einem mit Spannung erwarteten Vergleich zwischen einem Eco Log 590C mit Log Max 7000, einem John Deere 1470D mit H270 und einem Eco Log 590C mit Waratah H290. Geerntet wurde hier Fichtenstarkholz. Der Eco Log 590C ist einer der stärksten am Markt verfügbaren Radharvester und einer der wenigen Radmaschinen, die ein Aggregat, wie das H290 mit einen Eigengewicht von knapp 2 t bei einer Kranreichweite von 10 m überhaupt heben können. Das H290 hat einen Fälldurchmesser von 75 cm und soll über eine Vorschubkraft von bis zu 41,6 kN verfügen. Interessant dürfte hier die Auswertung einer Befragung der Fahrer sein, die die verschiedenen Maschinen ausprobieren durften. Ob der im Eco Log 590C eingebaute Backofen da eine besondere Rolle spielt, bleibt abzuwarten. Auf den ersten Eindruck haben aber alle drei Maschinen keine schlechte Arbeit geleistet.
Als Rückezug wurde hier der Eco Log 574B mit Polterschild und dem starken Loglift F91 Kran in Verbindung mit einem Krantilt und einer Seilwinde eingesetzt.
In und um den Hallen von WFW stellten dann noch einige Firmen Produkte rund um das Thema Holzernte und Forstmaschinen aus. So zeigte KNUT FISCHER von Grube Teile des umfangreichen Programmes aus dem aktuellen Harvesterkatalog. CHRISTIAN FENSEL, Geschäftsführer der B.S.R BAVARIA SPEZIAL RAD GmbH, stellte die neuesten Reifen von Nokian, PETER MUELLER von Trelleborg aus. JOHANNES FRANZEN führte seine Kettenschärfautomaten SA 6 vor und zeigte seine diversen Vertriebsprodukte, wie Schwerter und Ketten für Harvester und Motorsägen sowie der STIHL Timbersports Collection. FRANZEN bietet neuerdings auch generalüberholte Kettenschärfautomaten an, die deutlich preiswerter seien als Neumaschinen.

Resümee
Einer so gut organisierten Veranstaltung hätte man durchaus noch mehr Besucher gewünscht. Hier konnte man in Ruhe die Maschinen bei der Arbeit beobachten bzw. selber ausprobieren, ein nicht unwesentlicher Gesichtspunkt vor dem Kauf einer neuen Maschine. Fünf Kunden haben sich noch vor Ort zum Kauf entschieden. Abschließend bleibt festzuhalten, dass man bei WFW den Kunden wirklich etwas geboten hat und dass die gezeigten Maschinen einen Vergleich nicht zu scheuen brauchen.

Rainer Soppa, AFZ-DerWald





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