8. Wolfegger Forsttage - Großer Auftritt von EcoLog
Mit freundlicher Genehmigung des Verlages: AFZ - Der Wald
Knapp 800 Besucher fanden trotz schlechten Wetters am 24. und 25. September den Weg nach Wolfegg, wo die Firma Waldburg Forstmaschinen Wolfegg (WFW) bereits zum 8. Mal ihre Haussaustellung durchführte. Eindeutiger Schwerpunkt war diesmal die Produktpalette des schwedischen Herstellers EcoLog, der die Kurzholzmaschinen von Caterpillar übernommen hat und für die WFW seit Mai 2004 die Vertretung für Deutschland, Österreich und Tschechien hat.
Diejenigen, die sich vom Wetter nicht schrecken ließen, konnten sechs Harvester, zwei Rückezüge und zwei Hacker beim Einsatz zusehen oder aber unter fachlicher Anweisung auch gleich ausprobieren.
In den Wäldern des Fürstenhauses Waldburg Wolfegg konnten die Maschinen richtig loslegen.

Vollernter
An der ersten Station wurde in der Durchforstung der schon bekannte Raupenharvester MHT 9002HV mit dem Aggregat Logmax 3000 und einem Raupenfahrwerk mit Kettenplatten aus Polyurethan (siehe AFZ-DerWald 21/02, S. 1109) gezeigt.
Ebenfalls seinen Schwerpunkt in Durchforstungsbest?nden hat der CAT 550 mit dem Aggregat Waratah HTH250.
Richtig hinlangen konnten die Vollernter EcoLog 560B (mit Logmax 5000) und 580B (mit HTH270). Hier wurde in einem Endnutzungsbestand (Saumhieb) Fichte lang ausgehalten. Besonders der EcoLog 580B ist mit seinem Kran, der über ein Hubmoment von 220 kNm verfügt und dem Motor mit einem Drehmoment von 985 Nm gut für solche Einsätze gerüstet.
Am Harvester EcoLog 560B erl?utert Klaus Reichenbach die Servicefreundlichkeit der neuen Maschinen - hier die Reinigung des K?hlers.Gegenüber dem Vorgängern von Caterpillar wurde an den EcoLog-Maschinen einiges an Verbesserungen eingebracht. Bei der Servicefreundlichkeit ist an erster Stelle der Schwenkkühler zu nennen, der mit wenigen Handgriffen zu reinigen ist. Die Klimaanlage ist vom Dach unter die Motorhaube gekommen, wodurch die Geräuschbelastung des Fahrers sinken soll. Durchgängig sind die Maschinen nun mit den wasserdichten "Deutsch-Steckern" ausgerüstet, wodurch die Zuverlässigkeit der Gesamtmaschine verbessert werden dürfte. Überhaupt machen die ersten EcoLog-Maschinen einen sehr "aufgeräumten" Eindruck, wobei auf den ersten Blick alle servicerelevanten Punkte einfach zu erreichen sind.
Für starkes Holz und Einsätze am Hang ausgelegt ist der bekannte Raupenharvester MHT 18002HVT, der mit dem Aggregat Waratah HTH480P vorgeführt wurde. Das HTH480P ist ein Aggregat mit vier angetriebenen Vorschubwalzen (Vorschubkraft 30 kN) und einem Fülldurchmesser von 720 mm.

Simulatoren
Nicht nur "echte" Maschinen konnte man in Wolfegg besichtigen und ausprobieren sondern auch gleich drei verschiedene Simulatoren von Vermessungssystemen bzw. Bordcomputern. Dasa 4, Motomit IT und Timbermatic 300 wurden von Börje Löthgren und Herbert Unger erklärt.

Rückezüge
Der neu eingerichtete Testparcours verf?gt ?ber eine Stelle mit 60 % Steigung.Großes Interesse bestand auch an den neuen Rückezüge von EcoLog, dem 554B mit 10 t Nutzlast und dem 564B, der mit 12 t die bisherige Lücke zum 574er mit 14t Nutzlast schließt. Neu ist an den Rückezügen die im Vergleich zu den Vorgängern deutlich verbesserte Sicht aus der Kabine sowie Achsen und Bogies mit Portal-Endantrieb von NAF. Die neuen Bogies verbessern die Geländegängigkeit deutlich, wovon man sich auf dem neuen Testparcours überzeugen konnte. Steigungen von 60_% stellen für die Maschinen kein größeres Hindernis dar. Hierzu trägt auch der geänderte Vorderwagen mit kurzem Vorbau bei, der steilere Böschungswinkel erlaubt. Den Rückezug 564 gibt es wahlweise als 6- oder 8-Rad-Version. Der Kran, ein Loglift F71 wahlweise mit 7,2 bis 10 m Reichweite, ist auf dem Hinterwagen montiert, was die Vibrationsbelastung des Fahrers weiter senken soll. Das starke Mittelgelenk ist über einen Hydraulikzylinder bei Kranarbeiten sperrbar. Im Gegensatz zu anderen Forstmaschinen ist der Drehkranz für die Zentralverwindung der Maschine am Hinterwagen.
Das Kontrollsystem für Motor, Antrieb und Kranfunktionen (IQAN 2) erlaubt umfangreiche abspeicherbare Einstellmöglichkeiten für verschiedene Fahrer. Die Streben der Stirngitter sind schräggestellt, um die Sicht auf das Arbeitsfeld zu verbessern.
Alles in Allem kann man feststellen, dass die EcoLog-Maschinen vollkommen auf dem Stand der aktuellen Technik sind und das Programm von WFW noch attraktiver gemacht haben.

Holzhacker
Auf dem Firmengelände wurden zwei Hacker von Bruks gezeigt, der 604 CT und der 804 CT. Der Bruks 604 CT wurde montiert auf einem Anhänger mit Tandemachse vorgeführt. Der Antrieb erfolgt in dieser Version über die Zapfwelle eines Schleppers. Der Hacker selbst ist auf einem Drehkranz montiert, sodass er von beiden Seiten zu beschicken ist. Der Antrieb der Hackertrommel erfolgt durch einen hydrostatischen Antrieb, der für ein konstantes Drehmoment sorgen soll.
Eine Nummer größer ist der 804 CT, der auf einem Rückezug von HSM montiert vorgestellt wurde. Hier wird der Hacker durch einen eigenen Motor (Scania mit 315 kW) angetrieben. Die Maschine verfügt über einen aufgebauten Schnitzelbehälter mit 16 m³ Fassungsvermügen.

Schl?ssel?bergabe: Klaus Reichenbach ?bergibt die Schl?ssel des neuen EcoLog 580B an Walter K?hn aus Gro?maischeid. Rechts daneben Arno K?hn und B?rje L?thgren, der die Einschulung auf den EcoLog-Maschinen durchf?hrt.Rahmenprogramm
Neben den Maschinen und Geräten, die WFW selber vertreibt, zeigten noch andere befreundete Firmen ihr Programm. So die ebenfalls in Wolfegg ansässige Savcor IT, die das Logistikmodul der Firma LIGNIS vorstellte. Es handelt sich dabei um eine polterorientierte elektronische Lösung, mit der die aufgearbeiteten Polter erfasst und verortet werden sowie elektronisch ein Abfuhrauftrag erstellt wird, den sich dann der Holztransportunternehmer im Internet abholen kann, ohne dass er selber über die Software verfügen muss.
Weiter konnte man sich über Forstreifen von Trelleborg, die Kettenschärfautomaten von Franzen, Greifer und Zubehör von Philipp und das umfangreiche Programm für Forstunternehmer von Grube informieren. Hervorzuheben bleibt zu der hervorragend organisierten Veranstaltung (Ausnahme das Wetter) die kostenlose und sehr gute Verpflegung der Besucher.
Auch aus Sicht des Veranstalters war die Hausmesse ein Erfolg, konnten doch nach Aussagen Reichenbachs gleich vier Maschinen an den beiden Tagen verkauft werden.

Rainer Soppa





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