(rei). Starkholzvorräte nehmen zu,
Maschinen erschließen sich immer größere Baumdimensionen.
Dementsprechend treffend ist das Leitmotto des Waldburger
Forstmaschinen Wolfegg (WFW) Teams: "Das Holz wird stärker! Wir auch."
Den Beweis der eigenen Stärke lieferte der Waldburger Betrieb an zwei
Tagen Mitte Oktober und öffnete sich allen Kunden und Interessierten
Holzzerspanende
Hacktrommeln, surrende Harvestersägen, mächtige, kontrolliert zu Boden
gleitende Fichten bedeuteten Abwechslung im alltäglichen Treiben des
Wolfegger Industriegebiets Grimmenstein.
Nicht wenige Forstunternehmer machten Gebrauch von der sich bietenden
Abwechslung und gleichzeitiger Stärkenkontrolle des Waldburger
Betriebes. Eine Auswahl der von Klaus Reichenbach unter dem Wolfslabel
gebündelten Marken präsentierte sich auf dem Firmengelände und im
angrenzenden fürstlichen Forst. Ähnlich dem im freier Wildbahn lebenden
Wolf hat der Waldburger Betrieb ein Rudel aus international
positionierten Marken geschaffen, die regional, national und
international vertreten werden.
Mit Getöse in die Energiegewinnung Ein
süddeutscher Unternehmer seufzt, als der schwedische Bruks Exportleiter
John Erik Eriksson Preise verrät, wieviel die Nordländer für ihr Heizöl
berappen müssen. 80 Cent je Liter sind zu zahlen. "Hätten wir
hierzulande ähnliche Preise, wäre einiges leichter", resümiert der
Unternehmer etwas resigniert. Gemeint hat er wohl
Investitionsentscheidungen. Sowohl die eigenen in neue Hackertechnik
als auch die des Schnitzelabnehmers in neue Heizanlagen. Doch der aus
dem Norden angereiste Bruks Exportleiter erklärte der Resignation eine
klare Absage und zeichnet vorhandene Strukturen nach. Bei vielen
Projekten eingeplante Altholzmengen werden ihr geplantes Niveau nicht
halten können und bald zur Neige gehen. Somit ist davon auszugehen, daß
fehlende Kapazitäten durch andere zu ersetzen sind. Für Unterbrechung
der teils sehr emotional geführten Gespräche sorgten immer wieder
aufbrausende Maschinen, vor allem wenn die separaten Motoren der Hacker
auf Drehzahl gebracht wurden. Faßten die Messer der Trommel das Hackgut
und begannen es zu zerspanen, hob sich der Pegel nochmals. Wohingegen
das Pfeifen der Schnitzel durch den Auswurftrichter schon wieder
einfühlsamer wirkte.
Der Bruks 803 CT Volumenhacker, im Einsatz des Maschinenringes
Rottweil, saugt seine Kraft aus einem rapsölbetriebenen 500 PS starken
MAN-Aggregat. Verzahnte Einzugswalzen packen mit vier Tonnen Zugkraft
und geben selten von einmal Gefaßtem wieder etwas her. Was als Ganzes
in der 620 x 780 mm messenden Einzugsöffnung verschwindet, wird
sekundenschnell durch vier verarbeitende Messer der Hacktrommel zu 25
bis 40 mm großen Bruchstücken zerkleinert und über einen
Schnitzelbeschleuniger in den Bunker geblasen. 60 bis 120 m3 erbringen
Hackeinheiten dieser Leistungsklasse pro Stunde. Ein aufgebauter
Container bietet 16m3 Stauraum. Ist dieser ausgeschöpft, heben
Hydraulikstempel den Bunker zum Überkippvorgang zum Befüllen
unterschiedlichster Transportlösungen. Der 804 CT als Nachfolgemodell
des 803 CT bekam mit 820 x 620 mm eine vergrößerte Einzugsöffnung bei
gleichbleibendem Gewicht von 11.000 kg, inklusive des
Schnitzelbehälters. Bis maximal 50 Zentimeter wird Nadelholz, Laubholz
bis 40 Zentimeter, in transportfähiges Schüttgut zerkleinert. Kleiner,
aber ebenso bestimmt bei der Arbeit, ist der 3.500 kg wiegende Bruks
604 CT. Ein Hackmodul für Antriebsleistungen von 200 bis 450 PS,
ausgelegt für wesentlich schwächeres Hackgut. Ob in der Dreipunkt mit
Zapfwellenantrieb, auf einem Anhänger mit Drehkranz oder aber
geschultert von einem Forwarder (Forus GMH 300) mit seperaten
Antriebsmotor, Aufbaumöglichkeiten unterschiedlichster Art machen den
Bruks 604 CT zum Verwandlungskünstler.
Auf geschmeidigen Laufbändern durch den Forst Die
angrenzenden fürstlichen Forsten boten am Samstag drei MHT Modellen und
dem Tigercat H 16 Gelegenheit, sich von ihrer stärksten Seite zu zeigen.
Für Furore sorgt immer wieder die wohl einzigartige Kabinenkonstruktion
samt Aufhängung der Tigercat-Hemek Maschinen. Den meisten
Kabinen-Erstbesteigern steht die Überraschung ins Gesicht geschrieben,
wenn sie beim Hineinsetzen des ersten Fußes unmittelbar austendiert
werden. Trotz Gewöhnungsbedürftigkeit sind die ergonomischen Vorteile
der Pendokabine unbestritten. So vermerkt diesbezüglich der
KWF-Prüfbericht in der Sparte Ergonomie ein "Sehr gut". Doch stand mehr
der Kran im Vordergrund, ein Waratah CH 175 L mit Doppelteleskop und
1.050 kg Nettohubkraft. Ein Kran, in seiner Grundkonstruktion mit 11,46
Meter vermessen, der zuzüglich montiertem Kopf zwölf Meter Auslage
erreicht. Bei voller Längenausnutzung bewies der Tigercat H 16 (mit
Wasserbefüllung) dennoch eine hohe Standfestigkeit. Standfestigkeit
bewies ebenfalls der Kompaktharvester 9002 HV von MHT, im Besitz des
bayerischen Unternehmers Jacob Leicher. Mit einer Spurbreite von 2,4
Metern zeigte sich die Elf-Tonnen-Maschine erstaunlich wendig im
Durchforstungseinsatz, besonders hervorzuheben ist hier das Laufwerk.
Übliche Kettenplatten ließ der Unternehmer Jakob Leicher durch
hochfestes Gummi tauschen. Eine aus dem Bausektor aufgegriffene Idee.
Umsetzung und Umrüstung realisierte WFW. Als Grundgerüst dienen
weiterhin Metallplatten, diese sind jedoch mit Fieberglasstäben
bestückt, auf denen wiederum die Hartgummiplatten aufgeschraubt sind.
Auf Grund der Elastizität des Fieberglases sind Unebenheiten von bis zu
20 Zentimeter auszugleichen. Bei einer Breite von 65 Zentimetern weisen
die gummibestückten Bänder, nach Angaben des Unternehmers, lediglich
einen Bodendruck von 0,25 kg/cm2 auf (zum Vergleich: der Mensch liegt
bei etwa 0,33 kg/cm2 ). Sind Teile der Bänder gebrauchsuntauglich und
ein Austausch unumgänglich, ist jedes einzelne Gummielement separat zu
ersetzen. Unternehmer Leicher ist von den Bändern begeistert, die bei
einer bisherigen Laufzeit von 500 Stunden noch keinerlei Probleme
bereiteten. In der Endnutzung beeindruckte der MHT 18002 HVT. Mittels
eines Waratah HTH 470 HD brachte die 20 Tonnen wiegende Einheit starkes
Fichtenholz (ca. 3,5 fm/Baum) kontrolliert zu Boden. Große
Baumdimensionen und weite Kranauslage taten der Standstabilität keinen
Abbruch. Den großen Baureihen der MHT Maschinen ist der von Neuson
patentierte Verstellzylinder am Kran gemein, mittels dem der Kran in
eine günstige Transportstellung zu bringen ist.
Fotos: Reinstorf |