Waldburger Wölfe zeigen ZähneForstmaschinen-Profi - 10/2002
Neuartiges Gummilaufwerk macht die Wölfe noch bodenschonender.
(rei). Starkholzvorräte nehmen zu, Maschinen erschließen sich immer größere Baumdimensionen. Dementsprechend treffend ist das Leitmotto des Waldburger Forstmaschinen Wolfegg (WFW) Teams: "Das Holz wird stärker! Wir auch." Den Beweis der eigenen Stärke lieferte der Waldburger Betrieb an zwei Tagen Mitte Oktober und öffnete sich allen Kunden und Interessierten

Holzzerspanende Hacktrommeln, surrende Harvestersägen, mächtige, kontrolliert zu Boden gleitende Fichten bedeuteten Abwechslung im alltäglichen Treiben des Wolfegger Industriegebiets Grimmenstein.

Nicht wenige Forstunternehmer machten Gebrauch von der sich bietenden Abwechslung und gleichzeitiger Stärkenkontrolle des Waldburger Betriebes. Eine Auswahl der von Klaus Reichenbach unter dem Wolfslabel gebündelten Marken präsentierte sich auf dem Firmengelände und im angrenzenden fürstlichen Forst. Ähnlich dem im freier Wildbahn lebenden Wolf hat der Waldburger Betrieb ein Rudel aus international positionierten Marken geschaffen, die regional, national und international vertreten werden.

Mit Getöse in die Energiegewinnung
Ein süddeutscher Unternehmer seufzt, als der schwedische Bruks Exportleiter John Erik Eriksson Preise verrät, wieviel die Nordländer für ihr Heizöl berappen müssen. 80 Cent je Liter sind zu zahlen. "Hätten wir hierzulande ähnliche Preise, wäre einiges leichter", resümiert der Unternehmer etwas resigniert. Gemeint hat er wohl Investitionsentscheidungen. Sowohl die eigenen in neue Hackertechnik als auch die des Schnitzelabnehmers in neue Heizanlagen. Doch der aus dem Norden angereiste Bruks Exportleiter erklärte der Resignation eine klare Absage und zeichnet vorhandene Strukturen nach. Bei vielen Projekten eingeplante Altholzmengen werden ihr geplantes Niveau nicht halten können und bald zur Neige gehen. Somit ist davon auszugehen, daß fehlende Kapazitäten durch andere zu ersetzen sind. Für Unterbrechung der teils sehr emotional geführten Gespräche sorgten immer wieder aufbrausende Maschinen, vor allem wenn die separaten Motoren der Hacker auf Drehzahl gebracht wurden. Faßten die Messer der Trommel das Hackgut und begannen es zu zerspanen, hob sich der Pegel nochmals. Wohingegen das Pfeifen der Schnitzel durch den Auswurftrichter schon wieder einfühlsamer wirkte. Der Bruks 803 CT Volumenhacker, im Einsatz des Maschinenringes Rottweil, saugt seine Kraft aus einem rapsölbetriebenen 500 PS starken MAN-Aggregat. Verzahnte Einzugswalzen packen mit vier Tonnen Zugkraft und geben selten von einmal Gefaßtem wieder etwas her. Was als Ganzes in der 620 x 780 mm messenden Einzugsöffnung verschwindet, wird sekundenschnell durch vier verarbeitende Messer der Hacktrommel zu 25 bis 40 mm großen Bruchstücken zerkleinert und über einen Schnitzelbeschleuniger in den Bunker geblasen. 60 bis 120 m3 erbringen Hackeinheiten dieser Leistungsklasse pro Stunde. Ein aufgebauter Container bietet 16m3 Stauraum. Ist dieser ausgeschöpft, heben Hydraulikstempel den Bunker zum Überkippvorgang zum Befüllen unterschiedlichster Transportlösungen. Der 804 CT als Nachfolgemodell des 803 CT bekam mit 820 x 620 mm eine vergrößerte Einzugsöffnung bei gleichbleibendem Gewicht von 11.000 kg, inklusive des Schnitzelbehälters. Bis maximal 50 Zentimeter wird Nadelholz, Laubholz bis 40 Zentimeter, in transportfähiges Schüttgut zerkleinert. Kleiner, aber ebenso bestimmt bei der Arbeit, ist der 3.500 kg wiegende Bruks 604 CT. Ein Hackmodul für Antriebsleistungen von 200 bis 450 PS, ausgelegt für wesentlich schwächeres Hackgut. Ob in der Dreipunkt mit Zapfwellenantrieb, auf einem Anhänger mit Drehkranz oder aber geschultert von einem Forwarder (Forus GMH 300) mit seperaten Antriebsmotor, Aufbaumöglichkeiten unterschiedlichster Art machen den Bruks 604 CT zum Verwandlungskünstler.

Auf geschmeidigen Laufbändern durch den Forst
Die angrenzenden fürstlichen Forsten boten am Samstag drei MHT Modellen und dem Tigercat H 16 Gelegenheit, sich von ihrer stärksten Seite zu zeigen.
Für Furore sorgt immer wieder die wohl einzigartige Kabinenkonstruktion samt Aufhängung der Tigercat-Hemek Maschinen. Den meisten Kabinen-Erstbesteigern steht die Überraschung ins Gesicht geschrieben, wenn sie beim Hineinsetzen des ersten Fußes unmittelbar austendiert werden. Trotz Gewöhnungsbedürftigkeit sind die ergonomischen Vorteile der Pendokabine unbestritten. So vermerkt diesbezüglich der KWF-Prüfbericht in der Sparte Ergonomie ein "Sehr gut". Doch stand mehr der Kran im Vordergrund, ein Waratah CH 175 L mit Doppelteleskop und 1.050 kg Nettohubkraft. Ein Kran, in seiner Grundkonstruktion mit 11,46 Meter vermessen, der zuzüglich montiertem Kopf zwölf Meter Auslage erreicht. Bei voller Längenausnutzung bewies der Tigercat H 16 (mit Wasserbefüllung) dennoch eine hohe Standfestigkeit. Standfestigkeit bewies ebenfalls der Kompaktharvester 9002 HV von MHT, im Besitz des bayerischen Unternehmers Jacob Leicher. Mit einer Spurbreite von 2,4 Metern zeigte sich die Elf-Tonnen-Maschine erstaunlich wendig im Durchforstungseinsatz, besonders hervorzuheben ist hier das Laufwerk. Übliche Kettenplatten ließ der Unternehmer Jakob Leicher durch hochfestes Gummi tauschen. Eine aus dem Bausektor aufgegriffene Idee. Umsetzung und Umrüstung realisierte WFW. Als Grundgerüst dienen weiterhin Metallplatten, diese sind jedoch mit Fieberglasstäben bestückt, auf denen wiederum die Hartgummiplatten aufgeschraubt sind. Auf Grund der Elastizität des Fieberglases sind Unebenheiten von bis zu 20 Zentimeter auszugleichen. Bei einer Breite von 65 Zentimetern weisen die gummibestückten Bänder, nach Angaben des Unternehmers, lediglich einen Bodendruck von 0,25 kg/cm2 auf (zum Vergleich: der Mensch liegt bei etwa 0,33 kg/cm2 ). Sind Teile der Bänder gebrauchsuntauglich und ein Austausch unumgänglich, ist jedes einzelne Gummielement separat zu ersetzen. Unternehmer Leicher ist von den Bändern begeistert, die bei einer bisherigen Laufzeit von 500 Stunden noch keinerlei Probleme bereiteten. In der Endnutzung beeindruckte der MHT 18002 HVT. Mittels eines Waratah HTH 470 HD brachte die 20 Tonnen wiegende Einheit starkes Fichtenholz (ca. 3,5 fm/Baum) kontrolliert zu Boden. Große Baumdimensionen und weite Kranauslage taten der Standstabilität keinen Abbruch. Den großen Baureihen der MHT Maschinen ist der von Neuson patentierte Verstellzylinder am Kran gemein, mittels dem der Kran in eine günstige Transportstellung zu bringen ist.

Fotos: Reinstorf





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