Knapp 1.000 Besucher kamen am 23. und 24. September nach Wolfegg, um sich bei strahlendem Sonnenschein die Produkte aus der breiten Palette von WFW im Einsatz anzusehen oder gleich selbst auszuprobieren. Erstmals in Deutschland wurde auch der neue Eco Log 590C vorgeführt.
Test the Best Bereits am Donnerstag waren Vertreter der Herstellerfirmen eingeladen, sich an einem Wettbewerb auf dem WFW-Testparcours zu versuchen. Es galt, mit einem Eco Log 574B eine Runde auf dem Parcours zurückzulegen, einen Stamm auf- und abzuladen, eine PET-Flasche mit dem Greifer aufzuladen und abschließend die 80-%-Steigung hoch und runter zu bewältigen. Für Log Max, Eigentümer von Eco Log, ging deren Präsident, Stig Linderholm, ins Rennen. Waratah war vertreten durch deren Generalmanager Joao R. Pontes aus Moline, Illinois. Für MHT-Neuson ging Kundendienstleiter Franz Simader an den Start. Bruks wurde natürlich vom "Urgestein" John E. Eriksson würdig repräsentiert. Alle habe die Aufgabe mehr oder weniger gut gemeistert und es galt ja auch das olympische Motto "Dabeisein ist alles". Es hat sich aber gezeigt, dass man einen Forwarder sogar zur Pflanzplatzvorbereitung verwenden kann.
 Wolfegger Forsttage Am Freitag und Samstag ging es dann richtig los. Schon auf dem Firmengel?nde gab es allerhand zu sehen. Hier hatten 12 Lieferanten und Partnerfirmen ihr Angebot ausgestellt. Mit Shuttlebussen ging es in den nahe gelegenen Wald des Fürst zu Waldburg Wolfegg, wo an drei Stationen mit 10 Maschinen nahezu das gesamte Programm von WFW im Einsatz gezeigt wurde. An der ersten Station war der Bruks-Hacker 804CT der Killer Forst AG aus der Schweiz, aufgebaut auf einem HSM Forwarder 208F, zu sehen. Speziell für die deutlich stärkeren Hölzer in Süddeutschland und der Schweiz wurde die Übersetzung des Hackers geändert. Gegenäber der schwedischen Version kann die Drehzahl halbiert werden, was bei starken Hölzern zu einem wesentlich besseren Hackergebnis und zu einer Reduzierung der Belastung der Maschine geführt hat. Diese Trommel mit geänderter Geometrie und nur einem Messer wird auch in dem aktuellen Modell 805CT eingebaut, bei dem das Steuersystem DASA 5 mit Windows-Betriebssystem und CAN-Bus-Kommunikation zwischen dem Computer im Führerhaus des Forwarders und den elektronischen Einheiten am Hacker übernimmt. Über ein Touch-Screen-Display lassen sich alle Hydraulik- und Motorfunktionen einstellen und betätigen.
Bedienungsknöpfe und Silikontastatur werden einfach bei den Bedienungshebeln für den Kran angebracht. Das Kippen des Hackschnitzelbehälters erfolgt durch proportional gesteuertes, weiches Fahren mit einem eigenen Joystick. Auch der etwas kleinere Bruder, der 604CT auf einem Anhänger montiert, konnte sein Leistungsvermögen zeigen. An Station zwei kam der Raupenharvester MHT 18002 HTV mit dem Aggregat Waratah HTH470 an einem Loglift L 220V 100 mit 10 m Reichweite zum Einsatz. Selbst die starken Fichten bei dem Kahlschlag zur Erweiterung einer Kiesgrube bereitetem dem Vollernter keine Probleme. An dieser Station konnte man auch zwei unterschiedliche Aggregate montiert an zwei baugleichen Radharvestern EcoLog 580B direkt vergleichen, das neue LogMax 6000 und das neue H270 von Waratah. Beide Aggregate wurden erstmalig in Live-Einsatz in Deutschland gezeigt.
Eine Nummer größer ging es weiter mit dem MHT 242 HVT und dem EcoLog 590C. Extra für den Einsatz im Starkholz konzipiert, hat der Raupenharvester MHT 242 einen neuen Kran bekommen. Der von MHT entwickelte und bei Penz gebaute Kran hat bei einer Auslage von 9,40 m noch eine Hubkraft von 2.300 kg und ein Bruttoschwenkmoment von 65,7 kNm. Ein 15m-Kran ist nach Aussagen von Franz Simader, Kundendienstleiter bei MHT, in Vorbereitung. Als Aggregat wurde das neue Quattro-H480 von Waratah mit verbessertem Aggregatsteuerblock (größere Durchlüsse, neuartige Ventile), stärkeren Walzenmotoren, einer neuen, verbesserten Messergeometrie sowie optimierter Sägebox mit federunterstützter Kettenspannung verwendet. Optional gibt es für dieses Aggregat den automatischen Kettenspanner Supercut 100 und eine Topsäge.
Mit Spannung erwartet wurde von vielen Besuchern die Deutschlandpremiere des neuen Eco Log 590C. Der 590C basiert auf den gleichen Prinzipien wie die anderen Vollernter von Eco Log, sprich Pendelarme und die gemeinsam mit dem Kran auf einem Drehkranz montierte Kabine. Der 590C, angetrieben von einem CAT-Diesel mit 8,8 l Hubraum, 225 kW und 1.350 kN Drehmoment, ist wohl der zurzeit stärkste Radharvester am Markt. Auch der neue Kran hat es in sich. Mit einem Bruttohubmoment von 255 kNm ist er der Konkurrenz deutlich voraus. Komplett neu ist auch der Rahmen und die Geometrie der Pendelachsen. Aufgrund der Pendelachsen kann man auf eine Zentralverwindung und Mittelgelenksbremse verzichten, was der Maschine auch bei der Fahrt eine hohe Standfestigkeit gibt, wo Maschinen der Wettbewerber die Mittelgelenksbrems öffnen müssen. Neu sind auch die Wipparmzylinder, die Drehgelenke an der Kranspitze, ein Ventil für eine einstellbare Parallelkran-Funktion (optional) sowie ein verbesserter Schlauchschutz. An Rückezügen wurden die Modelle Eco Log 554B (10 t) mit Schnellwechseleinrichtung für eine Klemmbank, der 564B (12 t) mit einer Drehrunge und der 574B (14 t) mit Krantilt und R?umschild gezeigt. Nach Aussagen von Bernhard Denkinger (Verkauf BRD-Ost), geht bei der Kundschaft der Trend zu den größeren Forwardern von 12 bis 14 t. Die Forstverwaltungen würden den Einsatz der größeren Maschinen zunehmend akzeptieren.
Einen Besuch sind die Forsttage in Wolfegg immer wert. |